Hapuflam als Kabelbandage

Wirkungsweise:

Das Brandschutzgewebe Hapuflam dient als Ersatzmassnahme für Installationskanäle (I 90) von Elektrokabel. Es verhindert im Brandfall den Wärmedurchtritt und die Brandweiterleitung durch Aufschäumen. Dadurch lassen sich folgende Schadenfälle sicher beherrschen:

  • Entzündung eines Kabels in der Kabelpritsche: die Brandweiterleitung in den Raum und der Zündschnureffekt der Kabel werden durch das Aufschäumen unterbunden
  • Brand in der Kabelumgebung: Das Gewebe schützt die eingewickelten Kabel durch Aufschäumen

Die Grösse der Kabel oder Kabelbündel bzw. deren Gesamtleiterquerschnitt sowie die Grösse der Kabeltragekonstruktion sind nicht beschränkt. Die Brandschutzumhüllung Hapuflam darf auf vertikalen, horizontalen oder schräg verlegten Einzelkabeln und Kabelbündel auf nicht brennbaren Kabelpritschen/ Kabeltrassen angewendet werden.

Hapuflam Kabelumwicklung Montage von KabelabgängenHapuflam Kabelumwicklung von Kabeltrassen

Montage:

Das Hapuflam Brandschutzgewebe kann mit Schere oder Cutter auf die gewünschte Form zugeschnitten werden und entweder mit den Hapuflam Montageklammern oder verzinktem Bindedraht fixiert werden. Beachten Sie für weitere Montagehinweise unsere Einbauanleitung.

Zulassung und Klassifizierung:

Das Brandschutzgewebe wurde in Anlehnung an DIN 4102-11 geprüft und durch verschiedene Experten der MPA Dresden und des IBS Linz begutachtet. Aufgrund von verschiedenen Prüf- und Untersuchungsberichten ist die Schutzwirkung I90 als erwiesen beurteilt worden.

Weitere Hinweise:

  • Das Brandschutzgewebe ist halogen- und lösemittelfrei. Im Brandfall setzt es wenig Rauch frei. Eine korrekt montierte Hapuflam Kabelbandage ist also mit einem aus Platten gefertigten Kanal vergleichbar.
  • Hapuflam wurde für die Innenanwendung entwickelt und toleriert gelegentliche Feuchtebeanspruchung, gelegentliche oder ständige Kondensation, gelegentliche UV Beanspruchung und Temperaturen unter 0 °C. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Brandschutzgewebe seine Brandschutzfunktion auch bei Ausseneinsatz beibehält sofern es nicht direktem Schlagregen ausgesetzt ist.
  • Beanspruchungen von Lösemitteln wie Butylacetat, Butanol, Testbenzin oder Heizöl bewirken keine wesentlichen Änderungen des Schaumfaktors oder Blähdruck.
  • Brandlastberechnung des Brandschutzgewebes unter Berücksichtigung der massenbezogenen Anteile der Einzelkomponenten: ca. 4 kWh/m2.
  • Einsatz der Kabelumwicklung in Flucht- und Rettungswegen: da das Gewebe schwer brennbar ist, empfiehlt sich die Verwendung des Gewebes mit der Feuerpolizei oder dem zuständigen Brandschutzbeauftragten abzuklären. Allerdings ist es unmöglich, dass Gewebe als nichtbrennbar zu entwickeln, da es sonst nicht reagieren könnte und folglich seine Schutzwirkung nicht entfalten könnte.
    Kabelleerrohre können in die Kabeltrassen miteingelegt werden, da diese ein ähnliches Brandverhaltens wie die Kabel aufweisen.

Auszug aus der Referenzliste:

  • Merck Serono, Genf: Schutz der Kabeltrassen im Fluchtweg
  • Bank Julius Bär: Schutz der Kabeltrassen in der Tiefgarage, bei einem Fahrzeugbrand würden die Datenleitungen beschädigt werden
  • Gymnasium am Strandboden Biel: Schutz der Kabelanlage oberhalb der Decke im Gangbereich